Periimplantitis: Gefahr für Implantate und Gesamtorganismus
Seit Branemark vor über vierzig Jahren das erste enossale Implantat setzte, hat sich ein selbständiger Tätigkeitsschwerpunkt daraus entwickelt. Weltweit konnten Millionen von Patienten dank dentaler Implantate ihre Lebensqualität steigern.
Ein Problem, dessen klinisches Bild jeder Implantologe kennt, gefährdet diesen Erfolg langfristig: Periimplantitis
Wissenschaftler korrigierten die Angaben zur Häufigkeit von Periimplantitis in den letzten Jahren stark nach oben. Noch 2006 veröffentlichten Roos-Jansaker et al.1, dass Periimplantitis bei 16 Prozent ihrer Patienten und bei jeweils ca. bei 6,6 Prozent der Implantate zu finden war. Ein Jahr später korrigierten die selben Autoren in einer Publikation diese Ergebnisse bereits nach oben2: "Implant mucositis ... 59% ... periimplantitis 15% of all cases".
Einerseits hatten sich demnach die Werte für Periimplantitis im direkten Vergleich zu 2006 mehr als verdoppelt, andererseits wurde richtigerweise auch auf periimplantäre Mukositis geprüft. Analog zur Gingivitis am natürlichen Zahn stellt die periimplantäre Mukositis eine Vorstufe zu tiefergehenden Entzündungen dar und wird mit einem hohen Prozentsatz diagnostiziert. Im Jahr 2008 wurde ein "Consensus Report" des "European Workshop Periodontology" veröffentlicht3: Die Fachleute des Workshops belegen auf Basis aktueller Literatur von 2008 eine periimplantäre Mucositis bei über 50 Prozent der Implantate und eine Periimplantitishäufigkeit zwischen 12 und 40 Prozent.
Die Therapie einer Periimplantitis ist aufwändig und in vielen Fällen leider nicht von Erfolg gekrönt. Patienten mit einer parodontalen Vorschädigung sind signifikant häufiger betroffen. Gerade vor dem Hintergrund, dass seit den Anfängen der Implantologie bis heute bei sehr vielen ältere Patienten Sanierungen mit aufwändigen, implantatgetragenen prothetischen Versorgungen durchgeführt wurden, zeigt sich die deutliche Notwendigkeit, Periimplantitis in der Zukunft verstärkt in den Fokus zu rücken. Auch Raucher leiden im Vergleich häufiger unter Entzündungen an Implantaten. Prinzipiell kann eine Periimplantitis jedoch alle Implantatpatienten betreffen.
Die Lösung: PERIOINTEGRATION in Diagnostik, Therapie und Prävention
Diagnostisch:
gilt es so früh wie möglich, eine Periimplantits z.B. über einfache Tests sicher zu erkennen und zu behandeln.
Therapeutisch:
soll eine frühe Intervention mit schonenden Produkten - am besten bereits im Stadium der Mukositis - ein Fortschreiten verhindern.
Präventiv:
bietet ein Implantatsystem wie PerioType X-pert unter Nutzung der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse optimiert eine Periointegration des Implantats. Diese Periointegration ermöglicht die langfristige und entzündungsfreie Erhaltung von unterstützendem Knochen. Hauptaugenmerk liegt dabei im Bereich des bisherigen "Locus minoris restistentiae", des periimplantären Weichgewebskomplexes.
Ziel ist die langfristig stabile Anhaftung der Weichgewebsmanschette an der Implantatschulter oder dem Abutment, verbunden mit nachhaltig reduzierter Plaque-Akkumulation und Biofilmbildung auf den Implantat- und Suprastrukturen durch moderne Materialien und Oberflächen. Echte Periointegration berücksichtigt mehr als knöcherne und mikrobiologische Faktoren der Implantatversorgung und steht damit synonym für eine Implantatintegration im weitesten Sinne.
1 Roos-Jansaker AM, Lindahl C, Renvert H, Renvert S: Nine- to fourteen-year follow-up of implant treatment. part II. presence of peri-implant lesions. J Clin Periodontol 2006; 33: 290-295
2 Renvert S, Roos-Jansaker AM, Lindahl C, Renvert H. Rutger Persson G: Infection at titanium implants with or without a clinical diagnosis of inflammation. Clin Oral Implants Res 2007; 18: 509-516
3 Lindhe J, Meyle J: Peri-implant diseases: Consensus report of the Sixth European Workshop on Periodontology, Group D. J Clin Periodontol 2008; 35 (8 Suppl): 282-285
